BÖR-EK auf Münsterland Expedition – Subkulturwerkstatt MOBIL

PODCAST STUDIO Subkulturwerkstatt, Heimatverein 2050

im AKA WESEKE -- 13.+14.6.20

 

Newsflash: Carsten Lisecki plant einen Live-Podcast aus dem KHW-Showfenster am 13.+14. Juni 2020: live-Übertragung auf die Strasse und ins welt-weite-web…

Wildcard für Carsten Lisecki aus Stadtlohn/Berlin, der sein vom höchsten NRW-Heimatministerium gefördertes Rechercheprojekt vorstellt:

Das AKA wird zum Bahnhof! „Subkultur Expedition als Raumstrategie“. Die Fahrgäste enwickeln während unserer Forschungsreise durchs Münsterland im Oldschool BMW „BÖR-EK“ eine innovative Perspektive auf Immobilien/Orte/Heimat, um Freiräume für Subkultur zu generieren. Die Wartezeit bis zur nächsten Abfahrt des BÖR-EK Expeditonsmobils wird mit Monsoon Mukke und Kunstrad Performance von F. Madness aus Ödlohn versüßt. Die Aktion ist Teil der Subkultur Heimatwerkstatt Münsterland 2050. Ein wesentlicher Bestandteil der Expeditionsvorbereitung auch zur Unfallverhütung ist die Verbesserung der Leistungsfähigkeit durch gezieltes Tischtennistraining im Atelier für kulturelle Angelegenheiten Weseke. Eine Reservierung ist erforderlich.

Zugaben: Klumpentanz in Balonseide zu Gangsterrap, Guy Debord und Anja Schwanhäußer für die gesellschaftliche Relevanz fürs Münsterland.“ (Carsten Lisecki)

Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen und wir sind gespannt und voll dabei, denn es ist ja „FÖR ALLE HIPPEN LÖH“ – für alle hippen Leute – wie Lisecki auf Platt für das Event wirbt. Lisecki interessiert sich für gesellschaftliche Prozesse im städtischen und hier auch im ländlichen Raum. Er thematisiert diese in Aktionen, Vorträgen und Videos zuletzt mit Teilnehmern wie Bazon Brock in Berlin aber auch bereits in der Kunsthalle Weseke. Er studierte Kunst in Greifswald und vollendete ein Postgraduiertenstudium am Institut Kunst im Kontext der UdK Berlin. Er ist ebenso Aktivist und Performer, eine kleine Kostprobe zu Klumpentanz in Ballonseide gibt es hier – allerdings hier zu Techno mit Turnschuhen!

 

MACH MIT!

IM DIALOG: Schriftsteller, Köche, Unternehmer, Visionäre, Poalbörger, To- un Wechgetrokkene, Politiker und alle die gerne Machen, Proaten und Breijnstormen

Subkultur von Übermorgen

Was ißt der typische Münstlerländer Subkultur im Jahre 2050 -- Astronautennahrung oder veganen Mettigel?

Verträgt die Kiepenkerltracht ein Update und was kommt in die Pfeife?

Taugt Plattdeutsch als Geheimsprache für Outlaw Romantik?

Heimatforscher als Sonderlinge oder sind sie die Avantgarde der Subkultur?

“Pogen ist unser Capoeira” Psychobillies -- Die letzte nicht durchkommerzialisierte Subkultur ist im Münsterland noch sehr verankert -- Gibt es Nachwuchssorgen?

              Entspannter Psycho Billy während der Siesta

Wohin am Wochenende? Freiräume außerhalb von Dorf Münsterland Legden finden und erhalten -- was ist mit dem leerstehenden Bahnhof in Stadtlohn?

25/26.04 Steinbrüche auf dem Baumberg, Künstlerdorf Schöppingen, Alte Fabrik Coesfeld (Am Baumarkt Hellweg), Stadtlohn historischer Bahnhof, Atelier für kulturelle Angelegenheiten Weseke ab 18 Uhr Werstattgespräche und Textarbeit) Spontane Teilnahme Willkommen. 26.04 Vreden Stadtpark, Kloster Berlage, Burg Hülshoff Havixbeck

Coronaalarm!!! Werkstattexpress vorerst verschoben auf 23/24.05 2020

Autorin Charlotte Krafft aus Berlin stadt.land.text NRW Residenzprogramm Regionsschreiberin Münsterland, ist Stargast der mobilen Subkulturwerkstatt/Podcast

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Mani Beckmann

Tom Finnek Lesung Galgenhügel Högers Hus

In den Jahren 1983–1986 war der Alstätter Mani Beckmann als Gitarrist Mitglied der Punk-Band Brigade Fozzy; in dieser Zeit erschienen zwei Singles der Band auf dem eigenen Label „Punk Anderson Records“. Heute verortet der in Berlin lebende Autor und Geisteswissenschaftler seine Krimis im Münsterland. Im Podcast erklärt er uns warum!

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Henrik Hieronimus, Schriftsteller

Henrik Hieronimus (Steinfurt) stellte der Subkulturwerkstatt 2050 freundlicherweise seinen Erstling “Morgen an irgendeinem Tag” für unser Archiv zur Verfügung. Nach ausgiebigen Vorgesprächen hat sich der Künstler und ehemaliger Punk Fanzine Herausgeber bereit erklärt, an unserem Podcast in dem AkA Weseke am 14.06.20 teilzunehmen. Danke Henrik, wir sind gespannt!

Die Mobile Subkulturwerkstatt Münsterland 2050 hält Boxenstop im Atelier für kulturelle Angelegenheiten Weseke. Die Werkstattleitung untersucht nach dem Hölsken Museum Laer, den Sandsteinbrüchen Baumberge, Künstlerdorf Schöppingen, Alte Fabrik Coesfeld, Bahnhof Stadtlohn welches subkulturelle Potenzial im Raum Weseke schlummert.

So soll es aussehen nachdem wir auf unserer Tour im jägergrünen BÖR-EK Mobil von den Daruper Bergen bis hin zu Berkel Auen alle Pättkesfahrer mit Subkultur infiziert haben:

Münsterland ist nicht nur die Hauptstadt Berlins, sondern auch einer der interessantesten subkulturellen Schmelztiegel auf diesem Planeten. Rein äußerlich versteht sich. Hier wird alles, was an Mode-Stilen existiert mit münsterländischen Traditionen und der dortigen Popkultur zur einer Kombination vermischt, die ihres gleichen sucht. Die Städte Hundewick, Havixbeck, Epe und Berenbrock sind bekannt für ihre ausgefallenen Läden und Labels und für die Menschen, die ihre Form der Individualität auf die Straßen tragen. Klassische Stereotypen findet man dort nicht, im Münsterland regieren völlig andere und für uns unbekannte Stile das Modebewusstsein der dortigen Ü 80 Generation.

Geflügelbauer Billy, Lolita, Visual Karkentiddung Bote, Dolly Trecker Doc, Kaflapkop Kei oder auch Fairy Klumpen Kei vereinen äußerliche Splitter etablierter Subkulturen, die mit typischerweise überzeichnet mit Stilen, die aus alten Vereinszeitschriften und Klassenfotos stammen, vermischt werden. Der Wille zur Individualität scheint grenzenlos zu sein und macht auch vor dem eigenen Körper nicht halt und scheint einem Dogma der ewigen Jugend unterworfen zu sein. Da werden die Zähne für ein kindliches Lächeln angeschliffen, die Augenform operativ verändert und schon als junger Erwachsener Unmengen von Botox unter die Haut gespritzt. Das die meisten Münsterländerinnen häufig o-beinig stehen, um Gluckenhaft zu wirken, ist noch die harmloseste Unart. Münsterland, das Zentrum für alle diese Dinge, ist voller Widersprüche, Kuriositäten oder Absurditäten – ein Land für deren Beschreibung Worte nicht ausreichen. Jedenfalls nach unserem Empfinden. 

Münsterland ist aber auch Trendsetter und hat als Mode-Metropole für Pop- und Subkultur längst eine Spitzenposition erreicht. Auch hinsichtlich der nächsten Berufsbekleidungs-Trends darf man die dortige Street Fashion nicht aus den Augen lassen. Ob man das nun gut oder schlecht findet, sei an dieser Stelle mal in den Raum gestellt.

Nebenan -- Subkulturwerkstatt

Alternatives Wohnen im Stattpark Ollet Wiefken

Eigentlich ist der Stattpark Ollet Wiefken nichts anderes als eine etwas andere Wohngemeinschaft, die seit 2050 durch das Münsterland tingelt. Immer auf der Suche nach neuen Standplätzen, auf denen umgebaute LKWs, Busse und Wohnwägen ein Zuhause finden. Dazu kommen dann noch Hochbeete und jede Woche donnerstags gibt es eine “Platzkneipe” mit günstigen Getränken und vegetarischem Essen gegen eine Spende. Außerdem laden die Bewohner immer wieder dazu ein, den Stattpark Wiefken zu besuchen und bieten zusätzlich verschiedene Workshops rund um ihr alternatives Wohnprojekt an. Zurzeit findet ihr sie in Hochmoor.

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West Kreis Borken gegen Ost Kreis Borken Hiphop Gang Fight -- wer erinnert sich oder war sogar dabei? Die Kämpfe haben seinerzeit solche Ausmaße angenomen, dass von offizieller Stelle Aufklärungsaktionen gegen Gewalt angeschoben werden mussten. Alle Beiträge werden vertrauensvoll verarbeitet. Sachdienliche Hinweise an:


Moondog, Koch und Mitbewohner

MOONDOG NEW YORK Münsterland

In New York stand Moondog jahrelang an einer Straßenecke- in der Münsterländer Subkultur erlangte er jedoch Weltruhm. Zeitzeuge Peter Krabbe berichtet von seiner Zeit mit Louis Thomas Hardin:

https://de.wikipedia.org/wiki/Moondog

 

Der Heimatverein im Jahre 2050 Subkulturwerkstatt

Wartet nicht bis New Yorker Kuratoren sich das Freilichtmuseum Mühlenhof vornehmen, sondern gestaltet im Werkstattgespräch euren Heimatverein für das Jahr 2050. Ein Konglomerat aus Einführung, Film und Performance (Carsten Lisecki), Plattdeutschem Sprachsound (Annette Katharina Winkelhorst) und den „Synthie Experten“ (Benedikt Surmund und Andreas Wilmer) bildet den Rahmen für die erste Subkulturwerkstatt im Regierungsbezirk Münster.

Eintritt frei für Poalbörger, Zugezogene, Weggezogene und die noch überlegen… .

Nebenan Münster
Creepers, Volltanken und ab in die Faba 87
“Ich ging das erste Mal zu Karneval als Punk -- Aschermittwoch hab ich mich dann aber nicht mehr umgezogen.”

(Schlüppi, 52, Ramsdorf)

Im westlichen Münsterland der 1980er fanden Jugendliche sich in Subkulturen (u.a. Popper, Punk, Wave, Psychobilly, Breakdancer) zusammen. Ihr Habitus sollte sich von den Mitgliedern der Schützenvereine und der sogenannten „Spießer“ abgrenzen. Um an die passende Kleidung, Devotionalien und Medien zu kommen, nahmen sie Reisen nach Münster und ins Ruhrgebiet in Kauf, informierten sich über Fanzines oder flogen mit ihrem Lehrlingslohn nach London und kamen mit Creepers und Doc Martens Schuhen zurück. Dank einer zur Disco umgebauten Stuhlfabrik namens „Fabrik“ in Coesfeld, die ein alternatives Musikprogramm bot, welches jeder Gruppierung gerecht wurde, konnte man an Freitagen seine neu erworbenen Schätze vorzeigen und Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen. Um Leerstellen in Sachen Merchandising und szenetypisches Artwork zu füllen, wurden die Jugendlichen selbst aktiv und lernten Plakat und T-Shirt Siebdruck Techniken, gründeten selbst Bands, die sich schnell in der Region bekannt machten. Einige der Protagonisten wollten es nicht bei einem Hobby belassen und machten Karriere als Bildende Künstler, Musiker, Schriftsteller, Journalisten, Filmemacher und Lebenskünstler in Berlin, Hamburg oder Übersee.

Punk im Münsterland ca. 1980

“Heute ist Subkultur nicht mehr angesagt bei den Kids. Es ist normal komplett tattoowiert zu sein. Einen Tattoowierer möchte man nicht als Nachbarn haben, da er bei jeder Party einen die Dorfsscheriffs auf den Hals hetzt.” (Sascha 34, Borken)

Rundfunkmuseum Holtstiege

Rundfunkmuseum Holtstiege mit Benedikt Surmund

Reinhold Holtstiege war ein Pionier der TV Sendetechnik und ist heute noch Held in der Subkultur der Funker, Raumfahrtfreaks und Plattdeutschdichter. Münsterländer Sturheit mit grenzenlosen Erfindergeist hat das Museum zum Mekka der Techik Enthusiasten aus aller Welt gemacht.

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Münsterländer Bänkelgesang -- Das neue Twitter: Werkstatt on tour

Das “Weggenbringen” wird sicherlich auch noch im Jahre 2050 der Subkultur im Münsterland eine Menge Spaß bringen.

Raoul Schoregge

Raoul Schoregge, Clown und Manager des Manager des Chinesischen Nationalcirkus holte schon die Elvis Band nach Deutschland und besorgte der Subkulturdisco Fabrik Coesfeld ihr erstes Ausweichquartier in Form eines Circus Zeltes. In den 80ern trug er Flat, wie man noch unschwer an seiner Signatur erkennen kann. Das Kapitel “Mein Leben als Psycho Billy” fehlt noch in seinem aktuellen Buch “Die Leiter am Fuße des Lächelns”, aber Raoul verrät augenzwinkert, dass es im zweiten Teil noch reinkommt… . In Havixbeck türftelt er fortwährend an spannenden Konzepten für die Kunst.

Neue Klumpen braucht das Land!

Entwurf für die Subkultur Klumpenwerkstatt Heimatverein 2050 von Annette Winkelhorst.

Subkultur(en)

Der Begriff der Subkultur stammt als wissenschaftliches Konzept ursprünglich aus dem Umfeld soziologischer und linguistischer Analysen um Robert Merton und Albert Cohen aus Nordamerika, die sich im Rahmen ihrer Gesellschaftsanalysen vorrangig mit kriminellen Subkulturen, Konfliktsubkulturen und Rückzugssubkulturen der 1920er bis späten 1960er Jahre beschäftigt hatten. Erweitert wurden diese Konzepte auf populäre Jugendkulturen und Medienkulturen dann im Rahmen des Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) mit einem zeitlich bedingten Fokus auf die 1970er und 1980er Jahre. Seit den 1990er Jahren und bis heute werden Subkulturen in interdisziplinären Fortführungen und Neuansetzungen (z.B. als Postsubcultural Studies) weiter beobachtet und diskutiert.

Bei Subkulturen handelt es sich um identifizierbare Teile der Gesamtgesellschaft, die sich partiell von dieser unterscheiden, aber dennoch bestimmten Gesetzen und Regeln der Gesamtgesellschaft unterliegen. So können diese Unterschiede insbesondere hinsichtlich  der Verhaltensnormen der Mitglieder der einzelnen Subkulturen herausgearbeitet werden. Sie  sind Ausgangspunkt für die Bildung eines Selbstbewusstseins dieser Subkulturen.

https://www.uni-potsdam.de/de/romanistik-kimminich/kif/kif-begriffe/kif-subkultur.html
Die Psychobilly Szene im Münsterland ist immer noch gut vernetzt. Zusammen organisiert man Fahrten zu Festivals ins Ruhrgebiet, Norddeutschland und nach Potsdam. In Stadtlohn gab es ab den späten 80ern das Blechfest. Dieses Bierdosenfestival wolle man aber aus romantischen Gründen nicht wiederbeleben, die Erinnerung daran sei ihr Labsal, versichern uns die noch sehr umtriebigen Billy Boys.


Psychobillies beim Grillen. Fleischt schafft die Grundlage
für geselliges Pogen.


Im westlichen Münsterland der 1980er fanden Jugendliche sich in Subkulturen (u.a. Popper, Punk, Wave, Psychobilly, Breakdancer) zusammen. Ihr Habitus sollte sich von den Mitgliedern der Schützenvereine und der sogenannten „Spießer“ abgrenzen. Um an die passende Kleidung, Devotionalien und Medien zu kommen, nahmen sie Reisen nach Münster und ins Ruhrgebiet in Kauf, informierten sich über Fanzines oder flogen mit ihrem Lehrlingslohn nach London und kamen mit Creepers und Doc Martens Schuhen zurück. Dank einer zur Disco umgebauten Stuhlfabrik namens „Fabrik“ in Coesfeld, die ein alternatives Musikprogramm bot, welches jeder Gruppierung gerecht wurde, konnte man an Freitagen seine neu erworbenen Schätze vorzeigen und Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen. Um Leerstellen in Sachen Merchandising und szenetypisches Artwork zu füllen, wurden die Jugendlichen selbst aktiv und lernten Plakat und T-Shirt Siebdruck Techniken, gründeten selbst Bands, die sich schnell in der Region bekannt machten. Einige der Protagonisten wollten es nicht bei einem Hobby belassen und machten Karriere als Bildende Künstler, Musiker, Schriftsteller, Journalisten, Filmemacher und Lebenskünstler in Berlin, Hamburg oder Übersee.
“Ein Wave hatte hager zu sein aber das gab die traditionelle Münsterlaänder Ernährung oft nicht her. Da half nur Koks und Heroin um wenigstens ein bisschen an Blixa oder Lou zu erinnern. Man wollte fertig aussehen und das funktioniert nicht bei rosiger Haut, von Schweinefleisch geschwängerten Backen und ner Mitgliedschaft im Karnevalsverein.” (Birgit aus Rheine)