Urbanistik Zukunftsforschung und Raumstrategien – Carsten Lisecki im Gespräch mit Bazon Brock, Nahed Mansour, Ina Weber, Sedlmeir

Unter dem Programmpunkt “Zukunftsforschung Stadt” (Flipchart Happening) werden Denker, Wissenschaftler und Aktivisten Denken und Argumentieren als Breitensport propagieren

Aktuelle Raumstrategien auf dem Prüfstand

Flipchart Happening im Dienste der Urbanistik von und mit Carsten Lisecki zum Finale der Arena “Benoit Maubrey” Lautsprecherskulptur mit Bazon Brock, Ina Weber, Jan Gympel, Nahed Mansour, Sedlmeir, Beatrice Schuett Moumdjian, Frank Schoppmeier, Fred Aaron Blake und Peter Ulrich

Kunst im öffentlichen Raum fungiert als Kitt der Stadtgesellschaft

“Kunst im Öffentlichen Raum wird unter strengen Auflagen bewilligt. Es geht um Sicherheits, Hygiene und Wartungsaspekte. Sie soll künstlerisch ästhetische Kriterien erfüllen, scheitert aber häufig an ihrer Vermittlung. Ein angewandter Nutzen wird von den Künstlern und Auftraggebern abgelehnt, da es um die Kunst als solches geht. Kunst hat aber auch einen gesellschaftlichen Auftrag und kann einen besonderen Eingriff verwirklichen und Beispielhaft für eine unkommerzielle Nutzung sein. Es gibt diese Orte an denen sich Menschen jeglichen Alters und Herkunft treffen. Sie haben sich in Eigeninitiative diesen Freiraum zu einem Stück Heimat gemacht. Der Öffentliche Raum hat das größte Potenzial, um Kultur, Lernen, Sport und Nachbarschaft zu verbinden. Die Kosten sind im Vergleich zu dem gesamtgesellschaftlichen Nutzen und Signalwirkung eher gering, trotzdem wird dieses Potenzial kaum ausgeschöpft. Erst im Versuch wird deutlich, welche Vor- und Nachteile bestimmte Eingriffe in den öffentlichen Raum nach sich ziehen. Als Beispiel möchte ich hier die Massen von Leihfahrrädern nennen, die zu Anfang eine positive Deutung erfuhren, momentan aber durch ihre Vielzahl auch diskussionswürdige Bilder verbreiten.” (Carsten Lisecki 2019)

Urbanistik Agenda Fit durch Science Fiction

Berlin wird weiter wachsen. Durch Verdichtung der Bausubstanz verliert die Stadt unorthodoxe Freiräume. Investoren, Wissenschaft, Kreative und Wirtschaft strömen weiterhin in den Ballungsraum. Das soziale und räumliche Gefüge wird überplanmäßig strapaziert. Disziplinäre Codes verhindern in Planungen und Diskussionen , auf die Herausforderungen der künftigen Stadtgesellschaft angemessen zu reagieren. Diese neuen Entwicklungen verlangen eine unverstellte künstlerische Betrachtung, mit dem Ziel Brücken zwischen den Akteuren zu bauen, um den urbanen Raum von morgen zu gestalten.

“Raumstrategie” Is dit jut für Berlin?

Räume und Berliner Eigenheiten verschwinden, aber neue kommen hinzu. Hohe Mietpreise führen zu kleinern Wohnungen und s.g Zweck WGs. Das Wohnzimmer/der Treffpunkt wird in den öffentlichen Raum ausgelagert. Galerien und Projekträume können diese Felder bespielen und gleichzeitig von erhöhter Aufmerksamkeit profitieren. Auf dem Reißbrett entstandene Quartiere benötigen viel Zeit um in das soziale und kulturelle Gefüge der Stadt zu diffundieren.

TT-Kelle, Pee-Bag (Truckerduck) & Klappstuhl als Insignien einer neuen Bürgerwürde?

Weitere Themen werden sein: Stadtskulptur mit Mehrwert, Gated Community, Der Späti: Halböffentlicher Raum als Wiedergeburt der Kiezkneipe und des Tante Emma Ladens; generationsübergreifende mobilisierende Spielplätz UND:

Notdurft im ÖffentlichenRaum

Ein Kunstwerk im Öffentlichen Raum sollte aus Gründen des Anstands und der Hygiene nicht als WC genutzt werden. Aus Kostengründen wurden öffentliche Gratis WC´s abgebaut. In den verbliebenen, historischen WCs sind heute Imbisse und Cafes. Gewerbetreibene möchten ihre Toiletten aber nur für ihre Kundschaft bereitstellen und nicht die Grundversorgung an öffentlichen WCs kompensieren. Wie sähe eine Skulptur aus, die als „Badezimmer“ nutzbar ist? Sollten wir das Urinal Duchamps aus dem Museum holen?

Raumsoziologisches Kompetenzzentrum am Sozialpalast

Eine Gesellschaft hält sich fit und lernt sich kennen.

19.10 . 18:00 Bazon Brock, Ina Weber, Sedlmeir, Beatrice Schuett Moumdjian

26.10. 17:00 Jan Gympel, Nahed Mansour, Frank Schoppmeier (Kinomuseum Berlin)

Carsten Lisecki kooperierte mit der Galerie Zwitschermaschine um in seinem Format Zukunftsforschung Stadt, die Entwicklung des Urbanen Raumes aus den Agenturen und Ämtern zu holen.
Arena Skulptur Zwitschermaschine Diskussion Zukunftsforschung Stadt – Raumstrategien und Themenfelder der Urbanistik
Hauptstadtkulturfond
Zwitschermaschine